Mit den Skiern geboren ... Der Weltmeisterin Martina Zellner wurden die Skier "in die Wiege gelegt". Geboren in Traunstein
und aufgewachsen im Schlechinger Tal, südlich des Chiemsees, stand sie bereits im Kindergartenalter "auf den Brettern", wobei sie es damals vorzog, den Sport "alpin" zu betreiben. Mit sechs Jahren freundete
sich Martina mit den Langlaufskiern an, mit denen sie vier Jahre später schon kleinere Wettkämpfe bestritt. ... auf den Spuren des Vaters Als 14-jährige absolvierte sie ihren ersten Biathlon-Wettkampf, bei dem noch mit dem Luftgewehr geschossen wurde. Martina zeigte schnell, dass sie in ihrer Altersklasse national stets zu den Besten gehörte. Spätestens mit 16 Jahren - damals schon C-Kader-Mitglied - als sie ihre erste Juniorenweltmeisterschaft für Deutschland bestritt, war erkennbar, dass sie auf den Spuren ihres Vaters wandeln würde, der von 1966 - 1973 Mitglied der Herrennationalmannschaft (Langlauf/ Biathlon) war. Über ihrem Bett hing damals noch ein Poster des Olympiasiegers Peter Angerer - offensichtlich Ansporn für Größeres. Im Jahr der deutschen Wiedervereinigung 1990/1991 gab es ein Leistungstief, aus dem sich Martina beharrlich herausarbeitete. Die Juniorenzeit fand 1994 mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft im Einzel ihren Höhepunkt und ihr Ende zugleich. Der Übergang in das Aktivenlager gestaltete sich am Anfang nicht ohne Probleme. Bei der WM 1996 vor heimischem Publikum in Ruhpolding nicht in der Staffel eingesetzt worden zu sein, empfindet die spätere Staffel-Olympiasiegerin im Nachhinein immer noch als einen schmerzlichen Punkt in ihrer Sportlerkarriere. Gerade da zeigte sich ihr Kämpferherz: diese Niederlage war für Martina ein großer Antrieb an sich zu arbeiten. In der Saison 1997/1998 fasste sie mit den "Stockerl-Plätzen" im Weltcup endlich Fuß und belegte letztlich im Gesamtweltcup den 3. Platz. Die olympischen Winterspiele 1998 in Nagano belohnten den Fleiß der Sportlerin mit der Goldmedaille in der Damen-Staffel (zusammen mit Uschi Disl, Petra Behle und Katrin Apel). Im Einzel-Wettbewerb belegte sie den 10. Platz. "Die Königin von Kontiolahti" Die Weltmeisterschaft im Februar 1999 in Kontiolahti/ Finnland wurde dann der bisherige Höhepunkt in der Sportlerlaufbahn von Martina Zellner. Tagelang warteten die Aktiven bei Tiefsttemperaturen auf den Start der Wettkämpfe, bis der erste Damen-Wettbewerb - der 7, 5 km-Sprint - gestartet werden konnte. Nach einem durchwachsenen Rennverlauf und Fehlern beim Stehendschießen hatte Martina Zellner keinen Gedanken mehr an eine Medaille. Doch die Mitfavoritinnen zeigten beim Schießen ebenfalls Nerven. In einem furiosen Finale konnte Martina sich dann Sekunde um Sekunde an die Weltcup-Siegerin der vergangenen Jahre und Top-Favoritin Magdalena Forsberg herankämpfen. Auf den letzten 2, 5 Kilometern konnte sie auf die Schwedin 12 Sekunden wettmachen, um dann im Ziel unter dem frenetischen Jubel ihres Fanclubs ("Tina, gib Gas") als neue Sprintweltmeisterin anzukommen. Im Verfolgungsrennen der WM erkämpfte sich Martina die Bronzemedaille und mit dem darauffolgenden, überlegenen Staffelerfolg der deutschen Mannschaft am Schlusstag der Wettkämpfe wurde sie die erfolgreichste Athletin der Weltmeisterschaft in Kontiolahti. Durch ihre Erfolge avancierte Martina Zellner zum neuen Star des deutschen Biathlon-Sports. Die Titel von Kontiolahti sieht die Sportlerin bescheiden als "Bestätigung für die jahrelange harte Arbeit" an, wobei sie aber gerne zugibt, dass die Tage in Finnland für sie eine große Motivation für die Zukunft sind. |
